Noch wird im Alten Riet gebaut und geschraubt. Doch ab dem 11. September ist wieder LIHGA-Zeit. Zur 25. Ausgabe will Geschäftsführer Georges Lüchinger einiges «auftischen» – von Premieren über die Sport-Sonderschau bis zur Gastgemeinde Gamprin.
Noch dröhnt auf dem Messegelände in Schaan der Baustellenlärm. Für LIHGA-Geschäftsführer Georges Lüchinger gehört dieser wenige Wochen vor der Eröffnung allerdings dazu. Seit dem 3. August läuft der Aufbau – und in diesem Jahr gibt es besonders viel zu tun. «Wir tischen einiges auf», kündigte Lüchinger am Montag anlässlich der letzten Medienorientierung vor der Messe an. Er spricht von der «grössten Lihga ever»: Noch nie sei so viel Fläche verbaut worden wie bei der diesjährigen Ausgabe. Dabei gehe es weniger um den Superlativ selbst. Vielmehr zeige die Grösse, wie hoch die Nachfrage nach der Ausstellung sei.
Die ersten Wochen des Aufbaus seien trotz des Regens gut verlaufen, berichtete Sarah Hundert. Eine Herausforderung sei insbesondere gewesen, das Regenwasser im mittleren Bereich des Geländes abzuleiten. Die nächste wartet bereits: Wenn die Aussteller anrücken, müsse alles so koordiniert werden, dass es keinen Stau gibt.
Die Dimensionen sind beachtlich: Auf mehr als 10 000 Quadratmetern Ausstellungsfläche präsentieren sich rund 200 Aussteller aus etwa 70 Branchen. Mehr als 80 Prozent stammen aus Liechtenstein und der Region. Vom 11. bis 13. sowie vom 16. bis 19. September öffnet die Messe während insgesamt sieben Tagen ihre Tore.
Vom Sport bis zur künstlichen Intelligenz
Inhaltlich setzt die 25. LIHGA auf eine breite Mischung. Nach einer Pause kehrt etwa die Sonderschau Sport zurück. Verbände und Vereine zeigen dort, was die Liechtensteiner Sportwelt zu bieten hat. Wirtschafts- und Sportminister Hubert Büchel bezeichnete das Comeback als «supercool». Der Stellenwert der Lihga sei für ihn ohnehin «riesengross».
Premieren gibt es gleich mehrere. Die Hilti Foundation ist erstmals vertreten, die Universität Liechtenstein präsentiert sich auf 100 Quadratmetern. Das Unternehmen KYBERNA wiederum verbindet an seinem Stand Vergangenheit und Zukunft. Seit 40 Jahren ist das Unternehmen in Liechtenstein tätig – trotzdem wüssten längst nicht alle, was es eigentlich mache, sagte Alex Zorn. Das soll sich an der LIHGA ändern. Angekündigt ist zudem eine «Weltpremiere in Liechtenstein» rund um künstliche Intelligenz.
Spielerisch wird es bei dem Thema Biodiversität. «Supergut» hat eigens für die LIHGA eine Challenge entwickelt, bei der Gruppen erfahren sollen, was sie selbst für die Artenvielfalt tun können. Erste Schulklassen haben sich bereits angemeldet. Flurina Seger betonte, das Ziel sei, dass die Mission am 19. September nicht zu Ende sei. Das Gelernte soll vielmehr mit nach Hause, in den Garten oder ins Unternehmen genommen werden.
Das Handwerk erhält auf dem LIHGA-Gelände ebenfalls eine Bühne: Junge Zimmerleute kämpfen während vier Tagen um den Schweizer Meistertitel und fertigen eine Holzkonstruktion nach Plan. Parallel setzen Lernende aus Liechtenstein ein eigenes Projekt um. Wer den Titel gewinnt, wird am Samstagabend in der ARGUS-Arena bekannt gegeben.
Gamprin ist schon «giggerig» auf die LIHGA
Viel Platz nimmt in diesem Jahr die Gastgemeinde Gamprin ein. Als Vorsteher Johannes Hasler erstmals im dafür vorgesehenen Zelt stand, war er von dessen Dimensionen überrascht: «Es ist riesig.» Seit dem Entscheid im April 2024 sei viel Arbeit in den Auftritt geflossen – gleichzeitig habe das Projekt innerhalb der Gemeinde für einen intensiven Austausch und viel Zusammenarbeit gesorgt.
Rund 30 Unternehmen werden sich beteiligen. Neben einer Gemeinschaftszone ist eine illustrierte Zeitreise vorgesehen, die zeigt, woher Gamprin kommt, wo die Gemeinde heute steht und wohin sie sich entwickelt. Hinzu kommen ein Wirtschafts- und ein Seniorentag. Gerade auf Letzteren seien einige bereits ziemlich «giggerig», verriet Hasler lachend.
Stammtisch, Weissbier und Wärme aus der Erde
Daneben gibt es Neuerungen, die weniger nach klassischer Gewerbemesse klingen. So bringt die Mobiliar ihren aus der Fernsehwerbung bekannten Stammtisch nach Schaan. Jeden Nachmittag wird dort mit wechselnden Gästen diskutiert werden. Die Gespräche sollen per Livestream übertragen werden. «Die grossen Geschichten werden bestimmt dadurch entstehen», ist Lüchinger überzeugt. Das Liechtensteiner Brauhaus ist erstmals Bierpartner der LIHGA. «Nur einen Steinwurf entfernt» sei man ohnehin, sagte Lukas Bernardi. Premiere feiert zudem ein Weissbier-Karussell. Neues gibt es sogar bei der Wärmeversorgung: Die Argus-Arena soll im Rahmen eines Pilotprojekts mit Erdwärme beheizt werden. Argus selbst ist seit bald 50 Jahren Sicherheitspartner der LIHGA. Einen neuen Auftritt erhält zudem das bekannte «Brückli» von Bevo.
Am Ende zählen die Begegnungen
Wie wichtig der direkte Kontakt an der Lihga ist, betonten mehrere Partner. Die Liechtensteinische Landesbank ist diesmal nicht als Aussteller, sondern als Partner dabei. Fabian Kind verwies auf die Nähe zu den eigenen Kunden, von denen viele selbst an der Messe vertreten sind. Der Bankomat bleibt – und Kind stellte mit einem Augenzwinkern klar: «Bargeld wird bei der Landesbank definitiv nicht abgeschafft.» Wirtschaftskammer-Präsident Ado Vogt betonte, dass der Austausch «Face to Face» heute umso wichtiger sei.
Für Schaan ist die LIHGA längst fester Bestandteil des Veranstaltungskalenders. Vorsteher Daniel Hilti bezeichnete sie als «Highlight» für die Gemeinde. Dass die diesjährige Ausgabe noch mehr Platz benötigt, wertet er als gutes Zeichen: «Dann läuft etwas.»
Bei all diesen Neuerungen steht für Lüchinger vor allem eines im Mittelpunkt: die Besucher. «Wenn die Besucher Freude haben, stimmt es schlussendlich für alle, die dabei waren.»